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10 Tipps für Hobby-AutorInnen und angehende SelbstverlegerInnen

 

Sie schreiben gerne? Prima! Sie glauben, dass Sie sogar recht gut schreiben können? Noch besser. Schade nur, dass es darauf gar nicht ankommt.

 

Sie haben richtig gelesen. Wichtiger ist, dass ein Buch den Massenmarkt bedienen kann. Wichtig zu wissen, ist, dass Verlage mit ErstautorInnen kein Risiko eingehen wollen. Was nur zu verständlich ist. Verlage sind gewinnorientierte Unternehmen und keine gemeinnützigen Vereine. Zunehmend wird auch gern ins Ausland geschielt, um dort die erfolgreichen Titel zu übernehmen und übersetzen zu lassen. Wie sehr sich die Verlagslandschaft für Erstautoren verändert hat, kann hier im Buchreport nachgelesen werden.

 

Aber fragen wir einmal anders herum: Glauben Sie, dass in Verlagen nur gute Bücher veröffentlicht werden? Wir möchten da widersprechen. Denken Sie doch nur mal an „Meine Hammer-Sprüche“ von Dieter Bohlen oder die bekannten „Feuchtgebiete“.

 

Wenn Sie einem ordentlichen Brotberuf nachgehen, weder reich, noch berühmt werden wollen, dann können Sie ernsthaft darüber nachdenken, Ihr Buch selbst zu verlegen. Das kann sogar unter ökonomischen Gesichtspunkten eine bessere Entscheidung sein, als bei einem Verlag als Nobody unterzukommen. 

Denn auch dort würden Sie sich um den Vertrieb und die Werbung selbst kümmern müssen. Falls Sie Ihr Buch auch über die Social Media besprochen wissen wollen, haben Sie von etablierten Verlagen als JungautorIn ebenfalls wenig zu erwarten. Auch das dürfen Sie selbst erledigen. Ganz davon abgesehen, dass manche Verlage erst einmal von Ihnen Geld sehen wollen, bevor Sie sich dazu durchringen, Ihr Buch zu verlegen.

 

Im Selbstverlag dagegen knabbert niemand an Ihrem kleinen Kuchen, auch wenn ein Bonmot des Verlegers Klaus Wagenbach lautet: "Verlegen sei die schönste Art, Geld zu verlieren." Ein Bestsellerautor wie Daniel Suarez („Daemon“) wählte ebenfalls den Weg des Selbstverlags. Das Buch wurde ein Renner. Schöner Nebeneffekt, die Verlage klopften bei ihm an und nun konnte man in Ruhe verhandeln.

 

Es gibt auch Geschichten von „Books on Demand“-Autoren, die dankend ablehnten, als Verlage sie endlich unter ihre Fittiche nehmen wollten. Nicht alles, was im Selbstverlag erscheint, ist qualitativ schlecht. Und nicht zu vergessen – auch Goethe, Mark Twain und Tolstoi waren Selbstverleger. Mehr darüber ist hier nachzulesen.

 

Vielleicht passt Ihr Buchthema nicht zu einem Massenmarkt, weil es ein Nischenthema ist, das sich an eine festumrissene, aber kleine Zielgruppe wendet? Oder Sie möchten ihr Buch nicht auf Biegen und Brechen „marktgängig“ machen und sich reinreden lassen? Oder Sie wollen die Nutzungsrechte behalten?

 

Wenn Sie zu der Sorte Mensch gehören, die die Fäden gern in der Hand behalten, die Neues dazulernen und sich vom Nachtschlaf abhalten lassen wollen, dann gründen Sie einen Eigenverlag! Sie werden nicht reich und berühmt, aber Sie können ab diesem Zeitpunkt zumindest behaupten, dass Sie ein aufregendes Leben führen. Nach den unzähligen stillen Tagen, Wochen und Monaten, in denen Sie wie angekettet am Computer saßen, wird das auch höchste Zeit.

 

AutorIn sein ist schön, VerlegerIn sein ebenfalls, aber beides in einer Person – das ist fast nicht zu toppen! Allerdings – CAVE – wenn es nur die vielen Absagen der Verlage sind, die Sie zum Selbstverlag treiben, dann sollten Sie zuvor unsere 10 Tipps(ohne Anspruch auf Vollständigkeit) lesen. Denn, niemand hat gesagt, dass es leicht wird.

 

Die 10 ultimativen Tipps für NachwuchsautorInnen und SelbstverlegerInnen:

 

Bei Null anfangen

Bevor wir zu Tipp Nr. 1 kommen, fangen wir buchstäblich bei Null an: Sie haben Ihre Marketingabteilung, also sich selbst, befragt? Sie kennen Ihre Käufer, wissen, wo und wie Sie diese ansprechen? Sie haben eine ausgiebige Marktanalyse betrieben und Ihren Buchtitel auf Verfügbarkeit geprüft? Sie wissen, wie Sie an ein professionell-wirkendes Buchcover kommen? Haben Sie sich die passende Domain für den Verlag und den Buchtitel im Internet reserviert? Prima. dann geht’s jetzt zu:

 

Tipp Nr. 1

Schreiben Sie erst Ihr Buch fertig. Lassen Sie es liegen, gewinnen Sie zeitlich Abstand. Dann überarbeiten Sie es. Nicht einmal, nein, mindestens zehn Mal, zwanzig Mal und noch öfter. Oder suchen Sie sich einen Lektor oder befreundeten Redakteur, der Sie beim Redigieren unterstützt. 

 

Wirklich, schreiben Sie besser erst das Buch fertig. Während Sie schreiben, können Sie schlecht einen Verlag auf die Beine stellen. Und während Sie den Verlag gründen, kommen Sie schlecht zum Schreiben. So einfach ist das. Ich weiß, wovon ich rede – ich habe versucht, beides gleichzeitig zu machen und musste vom bitteren Brot der Erkenntnis essen.

 

Tipp Nr. 2

Wie soll Ihr Verlag heißen? Jetzt kommt nämlich die aufregende Phase; sie taufen „Ihr Baby“. Wenn Sie Klaus Dieter Schmidt heißen, könnte ein Klaus Dieter Schmidt-Verlag nicht der optimale Name für die Verlagsbranche sein (ich entschuldige mich hiermit bei allen Klaus Dieter Schmidts dieser Welt, die einen Verlag gründen wollen!). Vielleicht dann doch besser einen Phantasienamen? Bevor Sie Ihren Verlag „Blutmond“ oder ähnlich nennen, bedenken Sie bitte, dass Sie möglicherweise nicht immer Thriller veröffentlichen werden. Der Verlagsname könnte bei Ihrem neuen Werk „Heilen mit Schüssler-Salzen“ ggf. für Irritationen sorgen.

 

Tipp Nr. 3

Sobald „das Baby“ einen Namen und eine Rechtsform hat – hier sollte übrigens jeder selbst gucken, was für die eigenen Zwecke am besten passt – geht’s zum Gewerbeamt. Achtung, den Personalausweis mitnehmen. Dort füllt man das Formular aus, entrichtet Gebühren und erhält den Gewerbeschein. Keine Sorge, jetzt fällt nicht gleich Gewerbesteuer an; es sei denn, Ihr Buch wird sofort der absolute Knaller. Sie werden allerdings gegenüber dem Finanzamt eine Einschätzung Ihrer Umsatz- und Gewinnerwartungen machen müssen. Diese sollte nicht allzu optimistisch ausfallen, denn aufgrund dieser Einschätzung nimmt das Finanzamt die Höhe der Vorauszahlungen vor.

 

Kommen wir noch einmal zur Rechtsform. Beliebt ist die GbR, die Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Allerdings sollte man dabei auch die Haftungsfragen im Blick behalten. Eine andere Möglichkeit ist die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, auch „Mini-GmbH“ genannt.

 

Wie gesagt, das Thema Rechtsform will gut überlegt sein und ein Gespräch mit einem Steuerberater ist ebenfalls sehr zu empfehlen, damit es anschließend nicht zu Überraschungen kommt.

 

Und glauben Sie uns, von nun an geht Ihnen die Arbeit nie aus, denn es kann noch ein Logo für den Verlag entworfen werden, dazu Visitenkarten, Briefpapier und der Internetauftritt und und und.

 

Tipp Nr. 4

Ihr Buch ist fertig? Das sollten Sie feiern!

Jetzt braucht’s nur noch eine ISBN-Nummer, damit das Buch auch im Buchhandel bestellt werden kann. Achtung, es gibt verschiedene Nummern, auch welche z. B. für E-Books. Außerdem kann man die Nummern als eine einzige, als 10er-Pack, 100er-Pack etc. kaufen. Wo? Bei der Agentur für Buchmarktstandards in der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH. Mit den ISBN-Nummern erhalten Sie auch Ihre Verlagsnummer und sind automatisch im Börsenverein des Buchhandels registriert.

 

Wer Angst vor Ideenklau hat, kann sich beim Börsenverein den gewünschten Buchtitel schützen lassen, denn merke: das Urheberrecht greift erst mit Erscheinen des Buchs.

 

Vorher sollten Sie jedoch gründlich recherchieren, ob es den geplanten Titel schon gibt, z. B. hier www.mvb-boersenblatt.de und über www.amazon.de, www.buchhandel.de, www.buchkatalog.de und www.libri.de. Auf der Website des Autoren-Magazins finden sich viele wertvolle Tipps, auch zum Thema Titelschutz: http://www.autoren-magazin.de/titelschutzanzeige.phtml

 

Die ISBN muss auf jeden Fall vor dem Drucken beantragt werden, denn sie muss auf dem Buchcover und im Impressum abgedruckt werden.

 

Tipp Nr. 5

Mit der Gewerbeanmeldung ist man automatisch Mitglied der IHK und muss unter Umständen einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Der kann unterschiedlich hoch ausfallen, je nach IHK-Bezirk, da die IHKs ihre Beitragsordnung selbst festlegen. Ist man mit seiner Rechtsform nicht im Handels- oder Genossenschaftsregister eingetragen, bzw. liegt der jährliche Gewinn nicht über 5.200 Euro, ist jedoch kein Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Auch die Berufsgenossenschaft und die Künstlersozialkasse melden sich. Aber, das ist vernachlässigbar, solange man keine Mitarbeiter beschäftigt oder andere Künstler bezahlt.

 

Tipp Nr. 6

Nun gilt es zu überlegen, ob Sie ihr Buch selbst setzen möchten, oder ob Sie jemanden für den Buchsatz engagieren. Es gibt inzwischen eine brauchbare Opensource-Software (Scribus), die viele Funktionalitäten von Adobes InDesign bietet. Vorsicht! Wer sich mit Desktop Publishing gar nicht auskennt, kann allerdings mit einem laienhaften Layout dem Buch eher schaden.

 

Falls Sie sich selbst an den Buchsatz wagen, werden Sie so ganz nebenbei wieder spannende Dinge lernen: Von "lebenden Kolumnentiteln" und "Spiegel" bis zum "Fußsteg". Auch kann man das Thema Schriftwahl und Typographie nicht länger ignorieren. Sie werden sehen, von jetzt an beginnen Sie sich unweigerlich Gedanken über Zeilenabstände und die richtigen Anführungszeichen zu machen.

 

Tipp Nr. 7

Sobald klar ist, mit welcher Auflage Sie starten möchten, können Sie überlegen, welches Druckverfahren sich für Ihre Zwecke eignet. Die Faustregel kann lauten: Je höher die Auflage, desto eher kommt das Offset-Verfahren in Frage. Bei Druckauflagen unter 300 Exemplare bietet sich der Digitaldruck an. Grundsätzlich gilt: Digitaldruck kann das verlegerische Risiko verringern; Sie können mit einer kleinen Testauflage den Markt erkunden. Oder Sie prüfen und vergleichen mal die Auflagenhöhe vergleichbarer Bücher.

 

Es ist zwar eine Typfrage, aber einen Riesenstapel unverkaufter Bücher irgendwo lagern zu müssen, könnte auch dem enthusiastischsten Autor aufs Gemüt schlagen. Lassen Sie lieber nachdrucken.

 

Tipp Nr. 8

Sicher haben Sie davon gehört, dass Eskimos sehr viele verschiedene Begriffe für Schnee kennen. Das ist zwar ein verbreiteter Irrtum, aber Sie werden nun eine derart unglaubliche Vielzahl von Papierarten und –farben kennenlernen, wie Sie es nie für möglich gehalten hätten. Weitere Punkte, die Sie beschäftigen: Soll das Prachtstück ein Softcover (auch Paperback genannt) oder ein Hardcover-Buch werden? Und wie soll es gebunden werden?

 

Tipp Nr. 9

Die Hälfte der Strecke haben Sie jetzt schon hinter sich. Nun kommt nur noch die Preisgestaltung, die Marketing- und Vertriebsplanung, die Autorenhomepage, eventuell Kooperationen und vieles andere mehr. Ja, die Arbeit geht einem nie aus, sagten wir ja, und kaum zu glauben, dass einem das alles auch noch sehr viel Spaß machen kann.

 

Das Thema Buchmarketing und Vertriebsplanung ist wirklich ein abendfüllendes. Wir werden uns Mühe geben, das Wichtigste demnächst an dieser Stelle für Sie zusammenzustellen.

 

Tipp Nr. 10

Zum Mutmachen. Es gibt erfolgreiche Selbstverlage, hier einige Beispiele:

 

Röschen-Verlag: http://www.roeschen-verlag.de/cms/pages/index.php

Traumwelt-Verlag: http://www.traumwelt-verlag.de/

Verlag Vogelfrei: http://www.vogelfrei-verlag.de/verlag.php

 

Viele Tipps und geeignete Bücher für angehende Schreib-Aficionados sind im Autoren-Magazin zusammengestellt:

http://www.autoren-magazin.de/autorenbibliothek.phtml

 

Dort gibt es auch ein „Verlagswörterbuch“. Alles, was der angehende Verleger wissen muss. Von A wie Abhandlung bis Z wie Zeilenfall. 

http://www.autoren-magazin.de/verlagswoerterbuch.phtml
 

Viel Erfolg und viel Spaß beim „Bücher-Machen“!